Die Marquise von O

nach Heinrich von Kleist
mit Lena Klöber, Johanna Münch, Gerrit Pleuger
Regie: Christos Nicopoulos
Bühne: Jan Pawlowski

Foto: Horizont Theater

„Eine Dame von vortrefflichem Ruf lässt bekannt machen, dass sie, ohne ihr Wissen, in andere Umstände gekommen sei. Der Vater zu dem Kinde soll sich melden. Sie ist aus Familienrücksichten entschlossen ihn zu heiraten.“ Mit dieser sehr ungewöhnlichen Zeitungsannonce beginnt die Novelle von Kleist, die er im Jahre 1808 schrieb. In ihrem Zentrum steht die Titelfigur zwischen scheinbar verlässlicher Konvention und innerer Zerrissenheit. Die Frau Marquise von O... wird nach den Wirren eines Krieges schwanger und weiß nicht, wie das zustande gekommen ist. Sie geht ihren eigenen Weg, um dem Druck von Familie und Gesellschaft Stand zu halten. Mittels Annonce sucht sie ihren Vergewaltiger, um ihn zu heiraten. Moralische Begriffe werden von den Handelnden, je nach eigenem Schwerpunkt, in Frage gestellt, neu definiert und wieder umgeworfen.