Der Fall des Hauses Usher

Ein Monolog nach Motiven der gleichnamigen Erzählung von Edgar Allan Poe
Regie: Christos Nicopoulos
Schauspieler: Thomas Franke
Instrumente: Matthias Höhn
Dramaturgie: Laura Kuntschke
Bühnenbild: Jan Pawlowski
Technik: Gregor Röttger

Foto: Thomas Dreier

Zum Tode verurteilt durch Hinrichtung auf dem elektrischen Stuhl bleibt dem namenlosen Protagonisten als letzte Handlung nur der einsame Bericht seiner schaurigen Erlebnisse auf dem Anwesen der Familie Usher: Es begann damit, daß der verstörende Brief seines, an einem schweren Nervenleiden erkrankten Freundes Roderick, ihn veranlasst habe, diesen auf seinem Landsitz, dem Hause Usher zu besuchen. Trotz der ihn aufwühlenden, unheilvollen Atmosphäre, die das auf sumpfigem Grund errichtete und allmählich verfallende Herrenhaus umgab, habe er dem überreizten und sonderbaren Hausherren seinen Wunsch nach Zerstreuung erfüllen und ihm für einige Tage Gesellschaft leisten wollen. Einige Tage nach seiner Ankunft sei Rodericks gleichfalls kränkelnde Zwillingsschwester, Lady Madeline, verstorben und von den beiden Freunden im unterirdischen Gewölbe des Hauses aufgebahrt und anschließend vorübergehend dort beigesetzt worden. Alsbald jedoch, im Verlauf einer stürmischen Nacht, wären angeblich grauenhafte Geschehnisse im Hause Usher bis zur Unerträglichkeit eskaliert, womit der Protagonist seine panisch erfolgte Flucht vom Anwesen begründet. Zurückschauend hätte er noch erblickt, wie ein das Haus durchziehender Riss immer weiter auseinanderklaffte, bis dieses in sich zusammenbrach, im Pfuhl versank und jegliches Zeugnis der Geschehnisse mit sich nahm. Aber erzählt der Delinquent die Wahrheit? Und um wen handelt es sich bei dem Todgeweihten? Aus den verwirrenden Mehrdeutigkeiten seines Berichtes kristallisiert sich eine furchtbare Vermutung … Im Dialog stimmlicher Nuancierungen des Schauspielers mit live gespielter Musik und den vom Multiinstrumentalisten Matthias Höhn ausgebreiteten Geräuschlandschaften, welche die Ereignisse untermalen und erlebbar machen, entwickelt sich ein sinnlicher Nervenkitzel: Wahres und Fantastisches vermischen sich miteinander und öffnen die Grenzen der konventionellen Theaterrealität.