Die Marquise von O...
von Heinrich von Kleist | Bühnenfassung: Aydin Isik
Regie: Aydin Isik | Mit: Anna Hilgedieck, Karin Krömer, Mirka Flögl
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„Eine Dame von vortrefflichem Ruf lässt bekannt
machen, dass sie, ohne ihr Wissen, in
andere Umstände gekommen sei. Der Vater zu
dem Kinde soll sich melden. Sie ist aus Familienrücksichten
entschlossen ihn zu heiraten.“
Mit dieser sehr ungewöhnlichen Zeitungsannonce
beginnt die Novelle von Kleist, die er
im Jahre 1808 schrieb. In ihrem Zentrum steht
die Titelfigur zwischen scheinbar verlässlicher
Konvention und innerer Zerrissenheit. Die Frau
Marquise von O... wird nach den Wirren eines
Krieges schwanger und weiß nicht, wie das zustande
gekommen ist. Sie geht ihren eigenen
Weg, um dem Druck von Familie und Gesellschaft
Stand zu halten. Mittels Annonce sucht
sie ihren Vergewaltiger, um ihn zu heiraten. Moralische
Begriffe werden von den Handelnden,
je nach eigenem Schwerpunkt, in Frage gestellt,
neu definiert und wieder umgeworfen.
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| Foto: Thomas Dreier |
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